September 2007


Tagebuch14 Sep 2007 07:03 pm

Heute sollte Celine`s erstes Fußballturnier stattfinden.

Aber leider ist es im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen.

Kaum hatten wir den Fußballplatz erreicht, da fing es an zuregnen, nein es schüttete nur so in Strömen vom Himmel herab. Trotzdem sollten die kleinen Spieler sich erstmal umziehen, in der Hoffnung, dass der Regen bald wieder aufhören würde. Es war  süß anzusehen, wie sie dort in ihren Trikots standen und voller Aufregung nach draußen schauten, denn sie waren alle heiß darauf zu spielen.

Bei manch kleinen Knirps war nur  noch der Kopf und die Hände zu sehen, der Rest war völlig vom Trikot bedeckt. Die Sporthosen ragten  bis zu den Stutzen, vom Knie war nichts mehr zu entdecken.

Nach einer sehr langen Viertelstunde wurde das Turnier dann abgesagt, es hörte nicht auf zu regnen, und bei solch einem Wetter die vier-  bis Fünfjährigen spielen lassen, das wäre  riskant geworden. Die Enttäuschung war natürlich im ersten Moment bei den Kleinen sehr groß, aber nach einer Limo und einer Bonbontüte war alles wieder ok.

Schade eigentlich, ich hätte es zu gerne mit angesehen, wie die kleinen Torjäger auf Torejagd gehen würden. Nun hoffe ich doch sehr, dass das Wetter beim nächsten Turnier  es etwas besser mit uns meint.

Gedankensplitter10 Sep 2007 08:34 pm

Heute war ein Sch….tag.

Morgens wurde ich vom Regen geweckt, denn er prasselte mit so einem lauten Getöse auf das über meinem Bett befindliche Dachfenster,dass ich zwangsläufig, durch den Krach, wach werden mußte.

Regen, der Morgen fängt ja gut an, war mein erster Gedanke, und dann noch vorm Wecken, denn ich hatte noch genau eine halbe Stunde Zeit, bis mein Wecker mich wecken sollte.

Sche…, dachte ich.  Hätte der Regen nicht noch etwas warten können?

Aber nein. Es regnete solange, bis meine Kinder aus dem Haus waren, und erst dann machte  der Himmel seine Pforten zu, aber nur kurz, wie sich später herausstellen sollte.

Klasse,  kam mir der Gedanke, jetzt erreiche ich trocken das Auto. Weit gefehlt! Kaum hatte ich einen Fuß vor die Tür gesetzt, da kam ein Regenschauer herunter, der hatte es in sich. Trotz meines Spurtes  war ich  halb durchnässt, als ich meinen Wagen erreichte.

Es ist doch erst Anfang September, aber das Wetter ist zur Zeit wie im November. Ich finde es nicht sehr toll, wenn ich fast zehn Minuten im Auto sitzen bleiben muß, um einen Regenguss abzuwarten. Der ganze Vormittag lief mir davon, denn solche unfreiwilligen Pausen hatte ich heute öfters.

Regen, nichts als Regen!!

Den ganzen Tag wurde es nicht richtig hell und es regnete fast ununterbrochen. Wenn es so weiter schüttet, dann können wir morgen mit einem Boot zur Arbeit oder zur Schule paddeln. Unser Garten kann auch langsam Land unter melden.

Ich kann verstehen, dass bei solch einem Wetter manche Leute Depressionen bekommen. Es ist doch nicht normal. dass nachmittags um 17.00 Uhr  das Licht in der Wohnung angemacht werden muss. Ich selber habe ja bei diesem tollen Wetter zu nichts Lust.

Was kann man bei  so einem Wetter auch unternehmen, es sei denn man möchte unbedingt  nass werden.

Auch unser Hund ging nur kurz für sein Geschäft nach draussen. Kaum hatte er es erledigt, rannte er auch schon wieder Richtung Heimat. Aber mit solch einem Tempo, dass ich Schwierigkeiten hatte hinterher zu kommen und dabei nicht in die Pfützen zu treten.

Da bleibt mir eigentlich nur eins übrig, denn es regnet jetzt immer noch und ein leichter Sturm hat sich  entwickelt, rauf auf die Couch, ein gutes Buch lesen und ein Glas Wein dazu trinken. Vielleicht sollte ich doch lieber schon einen Glühwein trinken, denn auch die Wohnung ist ziemlich ausgekühlt. Aber leider habe ich noch keinen Glühwein gekauft. Gibt es eigentlich schon welchen?

Eigentlich sollte man die Heizung anstellen, aber es ist doch erst September. Wo soll das denn noch hinführen, wenn jetzt schon die Heizung angestellt wird? Vorallem bei unseren Gaspreisen? Gott sei Dank haben wir einen Kaminofen und vom letzten Jahr noch Holz übrig. Wenn das Wetter so bleibt, dann werde ich den Kaminofen anstellen, denn frieren möchte ich nun wirklich nicht.

Aber jetzt erstmal  werde ich es mir gemütlich mit einer Wolldecke machen, denn ich bin drinnen und der Regen ist draussen. Und da soll er nach Möglichkeit auch bleiben!!

Geschichten10 Sep 2007 01:01 pm

  Fast geräuschlos glitt der letzte Nachtzug aus der Halle. Der Bahnsteig war leer, bis auf einen einzelnen Mann. Er hatte sich eine Zigarette angezündet und starrte dem Zug nach, dessen Schlusslichter rasch kleiner wurden.Die Konturen verschwammen vor seinen Augen und er fand sich in der Stille der Nacht wieder.Die Gedanken kreisten in seinem Kopf – Gedanken, die ihn in den letzten 5 Monaten nicht zur Ruhe kommen ließen.Er drückte die Zigarette aus und schloss die Augen. 

Da ging sie mit ihm. Sie gingen ohne sich nochmals umzudrehen und stiegen in den Nachtzug. Nur ein flüchtiges Tschüß, ein letztes Winken und einen Brief hinterließ sie ihm. 

Die feuchte Kälte der Nacht kroch langsam seine Beine hinauf – aber er fühlte nur einen dumpfen Schmerz und eine Leere.Übermüdet ließ er sich auf eine Bank nieder. „Sie ist weg, weg mit ihm“, hämmerte es sich in seinem Kopf ein, „ich habe ihn verloren.“Traurig schloss er wieder die Augen. 

Klara und er hatten doch eine gute Ehe geführt! Zumindest hatte er es 6 Jahre lang gedacht!Bis zu dem Tag, als er von der Arbeit nach Hause kam. Schon beim Betreten der Wohnung kam ihm die Stille unheimlich vor. Sein Sohn kam ihm nicht entgegen gestürmt, auch Klara war nirgends zu sehen. Das Einzige was er vorfand, war ein kleiner Zettel, auf dem stand: ‚Ich bin mit Sebastian weg. Du wirst von mir hören.’Keine Adresse, wo er sie erreichen könnte, keine Telefonnummer.Das nächste Lebenszeichen, zwei Wochen später, war ein  Anruf von ihr.Sie hatte die Scheidung eingereicht und das alleinige Sorgerecht für Sebastian beantragt. Er würde in Kürze die Scheidungspapiere zugeschickt bekommen.Warum? Er konnte es nicht begreifen. Sie hatte einen anderen Mann kennen gelernt, einen Army-Soldaten aus Garlstedt. Sein Name: Teddy Craig. Sobald die Scheidung durch war, wollte sie ihn heiraten. 

„Nein!“ Aufgeschreckt von seinem eigenen Schrei, riss er die Augen auf. Die Realität hatte ihn eingeholt. Ein eisiger Wind pfiff über den Bahnsteig, er fing zu frieren an. „Warum habe ich ohne zu kämpfen aufgegeben?“, schoss es Andreas durch den Kopf. „Ich hätte kämpfen müssen, zumindest um das Sorgerecht.“  Sebastian war doch noch so klein. Letzten Monat war er fünf Jahre geworden, und er durfte nicht dabei sein, der Neue wollte es nicht. Nächstes Jahr würde Sebastian in die Schule kommen, und…,und er würde auch diesmal nicht dabei sein können. Er würde seinen Sohn nie wieder sehen. Er hatte sich von Klara über den Tisch ziehen lassen. Ohne Probleme hatte sie das Sorgerecht für Sebastian bekommen, und er…, er hatte nichts dagegen getan. Auch als sie ihm gleich nach dem Gerichtsurteil mitteilte, dass sie mit ihrem Neuen und Sebastian in die USA auswandern würde, war er untätig geblieben. Jetzt war es zu spät. Sie waren heute Nacht mit dem letzten Zug nach Frankfurt gefahren, um von dort in die USA zu fliegen. Kein richtiger Abschied von seinem Sohn. Keine Umarmung! Er war wie gelähmt gewesen. Nur ein Tschüß, ein letztes Winken und der Zug hatte sich in Bewegung gesetzt und ihm Sebastian genommen. 

 Von einem durchfahrenden Güterzug wurde Andreas aus seiner Lethargie gerissen. Er starrte auf den Brief. Den Brief, den Klara ihm zum Abschied gegeben hatte, und den er noch immer in der Hand hielt.Mit zittrigen Finger riss er den Umschlag auf und las den Inhalt.  

Lieber Andreas,ich weiß, ich habe Dich sehr verletzt. Bitte verzeihe mir.Hier unsere Adresse falls Du schreiben möchtest.Teddy Craig  267
Curtis Tignor Rd  Newport News Virginia 23608 USA Telefon: 0018041098675  
Du kannst Sebastian  jederzeit anrufen, schreiben und uns besuchen. Sebastian wird sich freuen. Erwarte Dich nächsten Sommer zur Einschulung. Ich freue mich. Ticket liegt bei. Liebe Grüße Klara.P.S. Teddy ist damit einverstanden.  

Lächelnd machte Andreas einen Luftsprung.„Ich habe meinen Sohn doch nicht verloren“, rief er übermütig, “ich sehe ihn im Sommer wieder“, und er rannte voller Glück Richtung Ausgang. 

Persönliches02 Sep 2007 04:09 pm

Heute habe ich endlich mal von Niels erfahren, ob nun alles aus und vorbei ist, oder nicht!

Es ist aus! Was für ein hartes Wort.

Nach fast drei Jahren, drei Jahren, wo ich dachte sie wären glücklich!

Nun gut, in jeder Beziehung gibt es mal Streß und Meinugsverschiedenheiten, aber nach einem Streit, ist doch die Versöhnung noch am Schönsten. Oder?

Aber was kann oder soll man machen, wenn die Mutter sich in die Beziehung einmischt? Nichts kann man machen.

Uns so erging es meinem Sohn.

Letzten Montag, 20.08.2007 kurz nach 20.00 Uhr, rief er an. “Muttern”, so spricht er immer mit mir, “kannst du mich abholen?” Auf meine Fragen, warum und wieso, kam nur ein erzähle ich dir später. Nun gut. Ich kann warten. Aber das Warten dauerte mir einfach zu lange. Und so fragte ich ihn dann. “Was ist los? Muß ich dein altes Zimmer wieder richtig herrichten?”

“Ja”, mehr kam nicht.

“Was ist los?”

 ”Nichts ist los!”

 ”Irgendwas muß doch passiert sein?”

 ”Ja, ihre Mutter hatte sich eingemischt. Sie meinte ich wäre kein guter Umgang für ihre Tochter. Ich wäre faul und würde zu Hause bei ihnen nichts machen. Außerdem würdest du mir die Hand immer vor den Hintern halten.”

Ich, die Hand vor den Hintern halten. Es würde stimmen, wenn sie Jan meinen würde, aber nicht bei Niels. Seit Beginn seiner Lehre wohnte er bei ihnen. Aus Bequemlichkeit, denn von dort ist es nicht so weit zu seiner Lehrstelle. Jedes zweite Wochenende kamen sie uns besuchen. Ich habe bei Jana vieles durchgehen lassen, und mich nie eingemischt. Ihre Launen, wenn ihr mal wieder etwas nicht paßte, oder wenn ihr das Essen nicht so richtig schmeckte. Ich habe dann eben nicht nach ihrem Geschmack gekocht. Geschmäcker sind nun mal verschieden. Oder?

Aber Niels so lange hinhalten, jeden Tag zwei bis drei Mal anrufen, und dann auf einmal Schluß machen ohne einen richtigen Grund anzugeben, finde ich schon etwas gemein.

Vorallem, sie waren noch vom 24.07.- 07.08.2007 zusammen im Urlaub.

Aber Niels ist auch jetzt noch so, er überlaßt ihr doch noch ziemlich viele Dinge, die ihm eigentlich gehören. Auch verteidigt er sie immer wieder, wenn man dann mal was sagt. Ich kann es nicht verstehen, aber deswegen rufe ich doch jetzt nicht Jana an, und sage ihr die Meinung. Ich mische mich da nicht ein.

Ich versuche nur mit Niels ruhig zureden, und ihn auf andere Gedanken zu bringen, damit sein Liebeskummer schnell vorbei geht.

Mehr kann ich nicht für ihn tun. Er muß jetzt unter die Leute gehen, und nicht nach jedem Anruf von ihr, sich wieder runterziehen lassen.

Aber ich weiß, Liebeskummer ist schlimm. Auch für mich als Mutter, wenn ich sehe, wie er leidet.